Freiw. Feuerwehr

"Wir haben noch Glück gehabt!" Ich glaube so kann man es am besten beschreiben, wenn man sieht, wie es in unseren an der Prüm liegenden Nachbargemeinden und den Dörfern in Nordrheinwestfalen und Rheinland Pfalz ergangen ist.

Am Mittwoch bahnte sich die Katastrophe schon den ganzen Tag durch Dauerregen an und am Abend kam sie dann, mit voller Wucht. Um 17:30 Uhr erreichte uns eine WhattsApp-Nachricht aus der TEL (Technische Einsatzleitung), dass wir gleich alarmiert würden. Wenig später ertönte die Sirene und wir wurden nach Bitburg zum Sandsackfüllen beordert. Mit dem Feuerwehrauto und 3 PKW fuhren wir los. Unterwegs klingelte das Handy und es wurde von einer Überflutung auf dem Baustertgraben berichtet. Die Hälfte von uns brach den Einsatz in Bitburg ab und fuhr wieder nach Hause, um dort zu helfen.

Später wurde unser Fahrzeug zurück nach Baustert überführt, um dort effizienter helfen zu können und eine Rumpfmannschaft in Bitburg belassen. Diese kam gegen 03:30 Uhr nach ca. 1,5 Stunden langer Fahrt über Prüm und Habscheid zurück nach Baustert, nachdem sie ca. 2500 Sandsäcke von Hand gefüllt, verknotet und auf Paletten verpackt hatten.

Zwar wurden in Baustert einige Straßen überflutet aber große materielle oder sogar gesundheitliche Schäden waren Gott sei Dank nicht zu beklagen.

Die Wasserversorgung war kurzzeitig in Gefahr, da das Hochwasser den Pumpenraum im Wasserwerk Berghausen erreicht und den Keller ca. 1m hoch geflutet hatte. Außerdem drohte es durch den Eingang das gesamte Gebäude zu überfluten. Ein Notruf mit Dringlichkeit wurde über die FEZ (Feuerwehreinsatzzentrale) in Wolsfeld abgesetzt und wenig später erreichten uns Pumpen und Sandsäcke.

Zwar ist die Wasserversorgung immer noch eingeschränkt aber nicht gefährdet.

In Hütterscheid sind auch einige Keller vollgelaufen. Hier hat sich die Bevölkerung selbst geholfen, so dass von uns aus keine Hilfe benötigt wurde. Aus Brimingen, Feilsdorf und Mülbach sind mir zurzeit keine Ereignisse bekannt.

Am Donnerstag wurde versucht die letzten Spuren der Flut in Baustert zu beseitigen, bevor wir zur Hilfe nach Bettingen gefahren sind. In zwei Schichten haben wir dort die Kameraden aus Bettingen unterstützt, Keller leer zu Pumpen und den Schlamm zu beseitigen. Schwerpunkt für uns waren das Jugendheim mit der Heizzentrale und der Kindergarten. Leider konnten wir die Keller nicht ganz leer pumpen, da der Pegel der Prüm zu langsam fiel und die Wasserstände in den Gebäuden auf gleicher Höhe mit dem Pegel waren.

Gegen 23:00 Uhr haben wir den Einsatz dann beendet und sind zurück nach Baustert gekommen.

Die Bilanz sieht für uns, verglichen mit den anderen Wehren, sehr gut aus. Unser Auto ist zwar völlig verdreckt und unser Häuschen auch, aber die Bettinger hatten in ihrem Gerätehaus das Wasser ca. 1,5m hoch stehen und die Oberweiser müssen sogar ihr ganzes Fahrzeug abschreiben, da der Motor Wasser angesaugt hat und wahrscheinlich ein Totalschaden ist.

Was mich besonders gefreut hat waren die vielen Menschen, die uns unterstützt haben. Unaufgefordert waren viele im Gerätehaus erschienen und haben uns geholfen, sind zu den Häusern hingefahren und haben Sandsäcke organisiert und verteilt. Auch beim Aufräumen waren viele dabei. Die Versorgung der Hilfskräfte lief ebenfalls unaufgefordert und reibungslos. Hier ein besonderer Dank an die Metzgerei Schares! Sogar Gestern noch waren Freiwillige aus Baustert in Bettingen im Einsatz und haben geholfen, das Jugendheim in Bettingen zu putzen und den Schlamm zu beseitigen. Das war unglaublich und euch allen gebührt unser großer Dank!

Was mich allerdings bedrückt ist die Befürchtung, dass das nicht das letzte Mal war, dass wir mit solchen Wetterereignissen zu tun bekommen. Alle seriösen Wissenschaftler kennen die Ursachen, nämlich der durch die Klimaerwärmung abgeschwächte Jetstream, und prophezeien uns zukünftig in Heftigkeit und Anzahl steigende Naturkatastrophen.

Daher sollte sich jeder fragen, was er tun kann, um seinen Teil zum Klimaschutz beizutragen. Muss es wirklich sein, in den Urlaub zu fliegen oder geht´s auch mit der Bahn oder Auto? Kann man vielleicht die Brötchen auch mal mit dem Fahrrad holen oder reicht heute auch mal eine Scheibe Brot? Brauche ich unbedingt einen SUV, um die Kinder in den Kindergarten zu bringen oder tut es auch ein kleineres Auto?

Niemand kann die Welt alleine retten aber wenn jeder einen kleinen Teil dazu beiträgt, kommen wir ein ganzes Stück weiter. Für meine Generation ist es nicht mehr so schlimm aber denkt an unsere Kinder und Enkelkinder. Den Hauptteil des Klimawandels müssen sie ausbaden!

Am Samstagmorgen um 10:00 Uhr trifft sich die Feuerwehr am Gerätehaus, um aufzuräumen und alles wieder auf Vordermann zu bringen. Außerdem wollen wir die Einlauf- und Kontrollschächte im Dorf reinigen, damit das kommende Regenwasser besser abfließen kann. Hier würden wir uns über tatkräftige Unterstützung sehr freuen. Als kleines Dankeschön laden wir alle Helfer der letzten Tage dann zum Grillen im Gerätehaus, begleitet von gut gekühlten Getränken ein! Wer einen Traktor mit Anhänger hat, kann diesen gerne mitbringen.

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