Chronik
Chronik120

Der erste Sportverein in Baustert geht auf das Jahr 1949 zurück. Im Februar organisierten sich die sport­begeisterten Jugendlichen. Die jungen Männer, die in ihrer Soldatenzeit das Fußballspielen gelernt hatten, wurden die Säulen der I. Mannschaft.

Wir jungen Spunte hatten es schwer in diese Mannschaft integriert zu werden und wurden anfangs nur, wenn Not am Mann war, eingesetzt. Zunächst hatte der Kolonialwarenhändler Peter Kremer die Leitung des Vereins übernommen. Der 2. Vorsitzende Josef Kehr hat aber schon nach einem Jahr die Zügel selbstständig in die Hand genommen und sich mit den Theaterspielern des Kirchenchores arrangiert, so, dass auch der Sportverein künftig Theater gespielt hat. Das Gerippe der I. Mannschaft bestand aus nachfolgend auf­geführten Spielern. Gespielt wurde in dem damals vorherrschen­den System 1 - 2 - 3 - 5, Tormann, zwei Verteidiger, drei Läufer und 5 Stürmer.

                                   Eduard Koslow - Lutz Daleiden - Mathias Stieren
                                                    Karl Heinrich - Jakob Weiler

                                       Valentin Banz - Felix Bojung - Josef Klein
                                             Josef Thielen - Jakob Nosbüsch

                                             Adolf Heser, später Jakob Spartz

Ersatzspieler: Josef Girards - Mathias Banz - Egon Kirchen


Die Nachbarvereine waren zu der Zeit alle im Aufbau. Gegen Karlshausen und Rodershausen haben wir noch 11:0 gewonnen, gegen Sinspelt fiel das Resultat auch noch mit 6:1 sehr deutlich aus. In der ersten Meisterschaftsrunde wurden die Resultate dann schon bescheidener. Mit Mannschaften wie Ernzen, Ferschweiler, Bollendorf, Koosbüsch hatten wir es schon schwer, uns zu behaupten. Oberweis spielte damals in einer höheren Klasse. Die Begeisterung war aber so groß, dass auch eine 2. Mannschaft unterhalten werden konnte. Hier spielten u.a.:

Alois Thome - Gregor Theis - Josef Scholtes - Emil Schmitt - Alfred Ranz - Gottfried Hengels - Peter Karpen - Johann Fallfis - Johann Nosbüsch - Willi Neuerburg - Alois Neuerburg - Alois Valentin -Nikolaus Bojung - Alois Dunkel - B. Peters.


Derzeit war noch kaum einer motorisiert und so wurden die Fahrten zu den Auswärtsspielen mit Baach Jupp seinem Holzver­gaser gemacht. Sicherheitsvorschriften kannte man zu der Zeit noch nicht. Es passten halt eben 11 und mehr Spieler, sowie eine Anzahl treue Zuschauer auf den offenen Lastwagen. In den Kurven wurde gegengesteuert und wenn der Schlitten die ganze Last, z.B. auf den Bollendorfer Waldsportplatz nicht schaffte, dann mussten halt einige zu Fuß nebenher laufen.

 

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Zunächst noch wurde in Mielisch Päesch in der mehr oder weniger sumpfigen Wiese gekickt. Bis die Ge­meinde dann im August 1950 mit einem stattlichen Zuschuss von 2.000,- DM seitens des Sportverbandes in Koblenz das Gelände er­werben und den Platz ent­sprechend trocken legen konnte. Er diente gleichzeitig als Spielplatz für die Schule und wurde mit dieser im Mai 1953 durch ein „Peedchen" bis zum Pausenplatz verbunden.

Dem Verein war leider keine lange Lebensdauer beschieden. Bedingt durch die beruflichen Zwänge - die Arbeitslosigkeit und die Fluktuation waren groß - setzten sich einige Führungsspieler schon im 2. bis 3. Jahr ab. Der Verlust des guten Tormanns Jakob Spartz, der anlässlich der Neuerburger Kirmes auf dem Karussell tödlich verunglückte, war auch ein wesentlicher Grund den Spielbetrieb einzustellen. Die Vereinsführung brachte mit Josef Kehr und Mathias Stieren den restlichen Kassenbestand 1954 noch in den neugegründeten Musikverein als Mitgift ein. Mehrere Mitglieder engagierten sich fortan bei der Gründung des neuen Musikvereins. Etwa zeitgleich haben die jüngeren Jahrgänge unter Leitung des neuen Lehrers Albert Boesen den Sportverein in loser Form mit dem Schwerpunkt Tischtennis weiterleben lassen, bis diese Gruppe dann 1969 mit der offiziellen Neugründung des SV Baustert unter diesem Dach eine neue Heimat fand.