Jugendfeuerwehr

Die Jugendfeuerwehr ist der freiwillige Zusammenschluss von Jugendlichen, die als selbstständige Jugendgruppe innerhalb der Feuerwehr agieren. Erste Aufgabe ist das Heranführen der Jugendlichen an die Aufgaben der Feuerwehrfrau/ des Feuerwehrmannes durch Schulung und Ausbildung im feuerwehrtechnischen Bereich unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit des Einzelnen. Kinder und Jugendliche haben ihren eigenen Status. Daher wird ein angepasstes Ausbildungsprogramm auf der Grundlage der Feuerwehr Dienstvorschrift Nr. 3 und den gültigen Unfallverhütungsvorschriften für die feuerwehrtechnische Ausbildung erstellt. Nach der Ausbildung in der Jugendfeuerwehr verfügen die Jugendlichen bereits über ein fundiertes feuerwehrtechnisches Grundwissen, auf das nach dem Übergang in die aktive Feuerwehr weiter aufgebaut werden kann. Jugendfeuerwehren leisten einen wesentlichen Beitrag zur Nachwuchsgewinnung und tragen damit zum Erhalt unseres freiwilligen Feuerwehrwesens bei. Die große Bedeutung der Jugendfeuerwehren lässt sich auch daran verdeutlichen, dass in vielen Gemeinden/ Städten bis zu 90% des Feuerwehrnachwuchses aus bestehenden Jugendfeuerwehren gewonnen wird. Die Jugendfeuerwehr ist aber nicht ausschließlich eine Nachwuchsorganisation der Feuerwehr, sondern sie ist eine Gruppe mit einem Teil feuerwehrtechnischer Ausbildung und einem ebenso großen Teil freier Jugendarbeit. Diese Jugendarbeit unterscheidet sich neben den Erziehungsfeldern wie Familie, Schule und Beruf durch die unverzichtbaren Elemente:

  • Freiheit
  • Selbstständigkeit
  • Flexibilität
  • Freiwilligkeit
  • Handlungsfreudigkeit
  • Vielseitigkeit

Dies bedingt gleichzeitig, dass den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen Rechnung getragen werden muss und sie an Entscheidungsprozessen angemessen zu beteiligen sind. Als weitere Ziele der Jugendarbeit sollen junge Menschen nach dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfe) zur Selbstbestimmung befähigt und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement angeregt und hingeführt werden. Diesen Zielen wird gerade die Jugendarbeit in der Feuerwehr gerecht, da sie es vermag, Kinder und Jugendliche aufgrund der vielfältigen gemeinsamen Aktivitäten wie Spiel, Sport, Ausflüge, Gruppenabende, Zeltlager und vielem mehr auch für eine längerfristige Mitgliedschaft zu gewinnen und für ein späteres staatsbürgerliches Engagement zu motivieren. Ausgehend von den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen lassen sich für die Jugendfeuerwehrarbeit neben der Vermittlung von feuerwehrtechnischem Wissen u. a. folgende Erziehungsziele nennen:

  • Erziehung zu demokratischem Bewusstsein und Beteiligung an demokratischen Prozessen
  • Durchsetzung und Verwirklichung von Gleichberechtigung
  • Vermittlung von Kommunikationsfähigkeit
  • Förderung von Leistungsbereitschaft, Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsvermögen
  • Einüben von Mitverantwortung und solidarischem Handeln
  • Auseinandersetzung und Vermittlung von Kompetenz im Umgang mit neuen Medien und Technologien
  • Förderung der Persönlichkeit durch Einübung von Kritikfähigkeit, Toleranzbereitschaft, Fairness und Verantwortungsbewusstsein
  • Prägung des Umweltbewusstseins
  • Leistung eines Beitrags zum gegenseitigen Verständnis der Völker aller Gesellschaftsordnungen und Kulturen

Um diesen Zielen gerecht zu werden, müssen engagierte Feuerwehrleute in Jugendfeuerwehrwarte-Lehrgängen und Jugendgruppenleiter-Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet werden. Insbesondere werden hier Kenntnisse aus den Bereichen Gruppenpädagogik (Leitungsstile, Gruppenprozesse wahrnehmen und steuern, Rollenverteilung in der Gruppe, Konflikte und Lösungsmöglichkeiten), Kommunikation (Kommunikationsstrukturen, Gesprächsführung) und Rechtsgrundlagen (Rechte und Pflichten, SGB VIII, Jugendschutzgesetz, Aufsichtspflicht und Haftung, BGB, StGB, feuerwehrspezifische Gesetze und Vorschriften und der gesetzlichen Unfallversicherung) vermittelt. Der besondere Schwerpunkt liegt dabei auf der Vermittlung von sozialen Kompetenzen. Eine derart gestaltete Jugendarbeit befähigt Kinder und Jugendliche zur Erkennung von Problemen, zur Bewältigung von gestellten Aufgaben, Übernahme von Verantwortung und zur aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben; Fähigkeiten also, die gleichermaßen den Feuerwehren als auch der Gesellschaft zugute kommen. 1882 wurde die erste Jugendfeuerwehr Deutschlands in Oeversum auf der Insel Föhr gegründet.
Quelle: Die Jugendfeuerwehr RLP www.jf-rp.de

Im Herbst 2008 äußerte unser Wehrleiter Klaus-Peter Dimmer, anlässlich eines Treffens zwischen ihm, Lothar Hermes (Wehrführer FF Mülbach) und Werner Irsch (FF Baustert-Brimingen-Hisel), den Wunsch, dass wir uns um die Gründung einer Jugendfeuerwehr in unserer Pfarrei kümmern sollen.
Die neue Jugendfeuerwehr sollte aber nicht nur ein Projekt der Feuerwehren Mülbach und Baustert werden, vielmehr sollten auch die anderen Wehren unserer Pfarrei, nämlich Hütterscheid, Feilsdorf und Brimingen-Hisel mit einbezogen werden.
Nach einigen Treffen und Telefonaten war dann schnell klar, wir versuchen das mal. Es stellte sich jedoch noch die Frage, wer denn als Jugendwart voran schreitet und die Betreuung der Jugendfeuerwehr übernimmt.
Im Rahmen der Abschlussübung im Oktober 2008 in Brimingen wurde dieses Problem schnell gelöst. Andreas Wehner (Mülbach), Detlef Heine (Hütterscheid), Christoph Hommer (Baustert) und Harald Kolf (Brimingen) bekundeten ihr Interesse und leiten seitdem die Jugendfeuerwehr mit sehr viel Engagement und Spaß.
Im Februar 2009 wurden alle Interessierten Eltern, Kinder und Jugendlichen zu einem 1. Infotreffen in das Jugendheim Baustert eingeladen, um zu sehen, wie denn die Resonanz unter den Kindern ist.
Nach schleppendem Beginn fanden sich dann aber dort 17 Kinder ein, die sich direkt schon mal für die neue Jugendfeuerwehr eingetragen haben. Dass dieser Plan einen so großen Anklang finden sollte, war für uns alle überraschend. Denn bis zur offiziellen Gründung der Jugendfeuerwehr Baustert, die am 25. April 2009 im Jungendheim in Baustert stattfand, sind nochmal 8 Kinder dazu gekommen, so dass wir mit 25 Mädchen und Jungs am Start waren! Damit waren wir nicht nur die 14 Jugendfeuerwehr der Verbandsgemeinde Bitburg-Land, sondern sind auch heute noch eine der größten im gesamten Kreis Bitburg-Prüm.
Seitdem treffen sich die Kids alle 14 Tage freitag abends im Gerätehaus Brimingen, um zu spielen, löschen, üben, für Filmabende oder Nachtwanderungen, oder um einfach nur zusammen zu sein.
Hinter dem Gerätehaus Brimingen wurde dann auch sehr schnell mit dem Bau eines Bolzplatzes begonnen. Der Besitzer des Grundstückes, Alfred Müller, hatte hierzu die Idee. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Brimingen, den Mitteln der Jugendfeuerwehr Baustert und Spenden von zahlreichen Organisationen und Gönnern, sowie der Arbeitskraft von zahlreichen Helfern, wurde das Gelände geebnet, Drainagen gelegt, Rasen gesät, Treppen errichtet und Sträucher gepflanzt, bis schließlich am 22. August 2010 die offizielle Vorstellung unserer Jugendfeuerwehr Baustert und die Einweihung des neuen Bolzplatzes in Brimingen stattfinden konnte. Das Gerätehaus erstrahlte ebenfalls in neuem Glanz, da uns ein Wasserschaden im Winter zwang, eine umfassende Renovierung vorzunehmen.
Besonders hervorheben muss man an dieser Stelle Oragnisationen wie Bild Hilft "Ein Herz für Kinder", das RWE und die Kulturstiftung der Kreissparkasse Bitburg-Prüm, die alleine schon eine hohe 5-stellige Summe zum Bau der Anlage zur Verfügung stellten. Auch allen anderen Gönnern und Helfern gilt unser herzlichster Dank.
Auch heute noch steht unsere Jugendfeuerwehr sehr gut da. Sie hat stabil bleibende Mitgliederzahlen (immer 20-25 Kinder), beteiligt sich rege an Wettbewerben, Zeltlagern und anderen Events, die auf Kreis- oder Verbandsgemeindeebene angeboten werden. Sie beteiligen sich weiterhin am Dorfleben mit Reinigungsarbeiten zur Kirmes, an der Aktion "Saubere Landschaft", unterstüzt Arbeiten zur Erweiterung oder Instandhaltung des Spielplatzes, sammelt Altkleider zur weiteren Verwendung bei den Hilfsorganisationen ein, usw. Sie ist teil unser Gemeinschaft geworden und genießt eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung unserer Ortsgemeinden.
2011 konnte der Betreuerstab aufgestockt werden. Seit 2011 sind als Jugendwarte neu dabei Evelyn Heine, Julia Kolf und Johannes Hahn. Julia und Johannes sind Gründungsmitglieder der Jugendwehr und sind in diesem Jahr auch in die "große" Feuerwehr gewechselt, bleiben uns aber auch als Jugendwarte weiterhin erhalten.
Da dieses Projekt Jugendfeuerwehr wie oben erwähnt eine Gemeinschaftsarbeit der Feuerwehren unserer ganzen Pfarrei ist, müsste der Name dieser Gruppe eigentlich Jugendfeuerwehr Baustert, Brimingen-Feilsdorf-Hisel,-Hütterscheid,-Mülbach lauten. Da laut Gesetz eine Jugendfeuerwehr immer Teil einer "großen" Feuerwehr sein muss, wurde sich darauf geeinigt, dass sie Teil der größten dieser Wehren, nämlich der Feuerwehr Baustert sein soll und damit auch deren Name tragen soll.
Nichtsdestotrotz ist die Zusammenarbeit unter den Wehren gut und die Bereitschaft zu helfen, wenn Bedarf ist, groß.