Freiw. Feuerwehr

In den letzten Tagen ging es für die Bausterter Feuerwehr ganz schön zur Sache. Drei Einsätze in zwei Tagen ist die Bilanz, alles Gott sei Dank ohne Menschenschaden.

Eigentlich ging es schon in der Nacht zum Karnevalsdienstag los. Zwei Sirenen waren sehr deutlich zu hören, so dass nicht wenige dachten, es wäre die bausterter Sirene, die zum Einsatz ruft. Doch es handelte sich um die Alarmierung der Kameraden aus Bettingen und Oberweis. Es brannte im Saal vom Gasthaus Rinnen. Das Feuer konnten die Oberweiser noch gerade so in den Griff bekommen. Wären sie nur wenige Minuten später an der Einsatzstelle eingetroffen, so wäre das ganze Gebäude den Flammen zum Opfer gefallen. Dann wären wohl auch wir alarmiert worden.

So hatten wir noch eine kleine Gnadenfrist bis zur darauffolgenden Nacht.

Um 03:52 Uhr erschall das Signal. Ein Gebäudebrand in Baustertgraben war gemeldet. Mit zunächst 9 Leuten rückten wir aus. An der Einsatzstelle stellte sich heraus, dass es in der Küche des alten Bauernhauses im Erdgeschoss brannte. Dichter Rauch quoll aus allen Ritzen. Die Bewohnerin stand unverletzt in eine Decke gehüllt vor dem Haus und sagte uns, dass noch einige Haustiere im Haus seien. Mindestens 4 Katzen und 4 Hunde seien noch drinnen.

Von uns rüsteten sich 2 Mann mit Atemschutzgeräten aus, legten eine Schlauchleitung zum Haus und begannen mit dem Innenangriff. Gleichzeitig wurde vom nahe gelegenen Hydranten eine Wasserleitung zum Fahrzeug gelegt. In der Küche war die Sicht für die zwei Kollegen gleich null und die Hitze nahezu unerträglich. Von außen wurde ein Fenster eingeschlagen, um die Sicht zu verbessern und der Hitze die Möglichkeit zu schaffen, zu entweichen.

Recht schnell waren auch die Kameraden aus Biersdorf vor Ort. Biersdorf stellt eine sogenannte Stützpunktwehr auf, von denen wir in der VG Bitburg-Land 3 Stück haben. Diese sind in außerdem in Dudeldorf und Wolsfeld. Diese Stützpunktwehren werden bei solchen Ereignissen automatisch mit alarmiert, um die Feuerwehr vor Ort mit Atemschutzleuten und wasserführenden Fahrzeugen zu unterstützen.

Es machte sich ein Trupp der FF Biersdorf fertig, um im ersten OG nach den 4 vermissten Hunden zu suchen und das Haus zu belüften. Ein weiterer Trupp bestehend aus einem Kameraden aus Biersdorf und einem aus Baustert-Brimingen-Hisel rüstete sich aus und stand als Sicherheitstrupp bereit. Dieser Trupp ist ebenfalls mit schwerem Atemschutz ausgerüstet und steht ausschließlich zur Rettung verunfallter Kameraden, die unter Atemschutz im Gebäude sind, bereit. Sie führen ein weiteres Atemschutzgerät in einer Tasche mit sich, um diesen verunfallten Kameraden mit Atemluft versorgen zu können, falls sein Gerät defekt oder leer ist. So hat man ca. 30 Minuten Zeit gewonnen, den Kollegen zu retten.

Das Feuer war relativ schnell gelöscht. Die Tiere, insgesamt 5 Katzen und 4 Hunde konnten nur noch tot geborgen werden. Sie waren alle an dem dichten Qualm erstickt.

Die Nachlöscharbeiten dauerten noch bis kurz vor 07:00 Uhr an. Sie wurden durch den Einsatz einer Wärmebildkamera der FF Bitburg und einen Überdrucklüfter der Feuerwehr Wolsfeld unterstützt.

Insgesamt waren ca. 35 Feuerwehrleute von den Feuerwehren Baustert-Brimingen-Hisel, Biersdorf, Wolsfeld und Bitburg, sowie der Atemschutzgerätewagen aus Sülm und der Wehrleiter vor Ort.

Genau dieses Szenario haben wir im Herbst in Baustert mit allen Atemschutzgeräte-rägern im Bruchweg geübt. Hier hat sich nun die Übung bewährt. Der Einsatz lief sehr ruhig und professionell ab. Von unserer Seite hätte es nicht besser laufen können.

Nachdem dann gegen Mittag alle Spuren der Nacht beseitigt, das Auto wieder aufgetankt und gereingt waren, begaben sich die Meisten von uns nach Hause, nichts ahnend, was noch kommen sollte.

Um 04:43 Uhr ertönte wiederum die Sirene in Baustert und rief zum Einsatz. Wiederum ein Gebäudebrand in Baustertgraben. Für alle war klar, das ist wieder das gleiche Haus, aber warum brannte es dort wieder. Alle Kontrollen der Vortages waren negativ, das heißt die Einsatzstelle war kalt, es brannte nicht mehr, da waren wir uns vollkommen sicher. Natürlich können sich in den alten von Hohlräumen durchsetzten Mauern immer mal Brandnester verstecken, die man nicht sofort findet. Diese hätten sich aber bei der Kontrolle mittags, also 6 Stunden nach dem Feuer, durch austretenden Qualm bemerkbar gemacht.

Bei Eintreffen an der Einsatzstelle stand jetzt das ganze restliche Wohngebäude im Vollbrand. Der Dachstuhl war lichterloh am brennen, und auch die Etage darunter stand in Flammen. Das Erdgeschoss war noch rauchfrei, so dass man sehen konnte, dass es an den am Vortag betroffenen Stellen nicht brannte. Das bedeutet, dieses Feuer muss eine andere Ursache haben. Wir hatten das erste Feuer vollständig gelöscht.

Mit 2 Schlauchleitungen (1 C-Rohr, 1 B-Rohr) wurde versucht, die Flammen von außen einzudämmen, da ein Innenangriff wegen akuter Einsturzgefahr nicht infrage kam. Es war allen sowieso sofort klar, das es im Haus nichts mehr zu retten gab. Lediglich die angrenzenden Gebäude mussten noch vor den Flammen geschützt werden.

Eine Drehleiter aus Neuerburg war ebenfalls alarmiert. Diese ist noch nagelneu. Sie kostet rund 600 000€ und ist ein technisches Meisterwerk.

Mithilfe dieser Leiter wurde das ganze Gebäude von oben weitestgehend gelöscht. Die Zwischendecke war schon zu 80% eingestürtzt. Um die letzten Brandnester abzulöschen wurde das Gebäude schließlich eingeschäumt. Der Löschschaum bildet eine durchgehende Schaumschicht über dem Feuer und erstickt es dadurch.

Vermutlich ist dieser Brand durch einen elektrischen Defekt am Zählerkasten entstanden. Am Vortag wurde das Haus durch das Herausdrehen der Hauptsicherungen stromlos geschaltet. Allerdings war bis zum Zähler noch Strom. Da der Zählerschrank im 1. OG hing und dieses vom Feuer des Vortages nicht betroffen war, gab es keine Veranlassung, die Stromleitung zum Haus abzuschalten.

Denkbar wäre es, dass durch die hohe Feuchtigkeit, die durch das Löschwasser im Haus vorhanden war, ein Kurzschluss entstanden ist. Aber das ist alles sehr spekuativ.

Dieser Einsatz war gegen 12:00 Uhr mittags beendet. Das Auto wurde so zum zweiten mal geputzt und wieder aufgerüstet.

An diesem zweiten Tag waren ca. 50 Feuerwehrleute vor Ort. Auch hier lief der Einsatz ruhig und vorbildlich ab.

Allen Beteiligten ein großer Dank für die gute Arbeit! Ein besonderer Dank geht auch an alle, die nicht in der Feuerwehr sind, uns aber dennoch an der Einsatzstelle oder später beim Aufräumen durch ihre Hilfe oder Sachspenden unterstützt haben!

In den Mediatheken des SWR oder auf anderen Internetseiten kann man TV-Beiträge über unsere Einsätze einsehen.

Was noch ein wenig für Verwunderung sorgte war der Umstand, dass zeitgleich zu unserem Feuer zu einem Gebäudebrand in Bettingen alarmiert wurde. Natürlich lag der Verdacht nahe, dass es bei den beiden zeit- und raumnah stattfindenden Ereignissen um Brandstiftung handelte. Dieser Verdacht war aber recht schnell aus der Welt, denn beide Unglücke hatten nicht das geringste miteinander zu tun. Brandstiftung lag in keinem der beiden Fälle vor.

Auf dem Weg nach Wolsfeld, wo man unseren Schaummittelvorat wieder auffüllen und defekte Schläuche zur Reparatur bringen wollte, ereignete sich in Bitburg noch ein Verkehrsunfall, unmittelbar vor uns. Das war dann Einsatz Nummer 3. Auch hier kam glücklicherweise kein Mensch zu Schaden. Die Beteiligten wurden betreut, ausgelaufene Betriebsmittel abgestreut und der Straßenverkehr geregelt, bis die alarmierten Hilfskräfte von der Polizei eingetroffen sind.