Ortsportrait

Von Dr. Karl-Heinz Weichert aus " 1000 Jahre Kirche Baustert":
Baustert liegt - naturräumlich gesehen - im Grenzbereich von Bitburger Gutland und Islek Vorland. Zum besseren Verständnis der naturräumlichen Gegebenheiten sollen das Bitburger Gutland und das Islek Vorland zunächst kurz skizziert werden, ehe auf Baustert und seine nähere Umgebung, die zum Mettendorfer Stufenländchen zählen, eingegangen wird.

Bitburger Gutland und Islek Vorland haben weitgehend den Charakter einer nach Süden abdachenden welligen Hochfläche (250-400 m ü. NN), in die sich die aus den höheren Lagen der Eifel kommenden linksseitigen Mosel­zuflüsse eingeschnitten haben. Damit werden diese Großnaturräume in meh­rere Nord-Süd verlaufende Teileinheiten zerlegt.

Geologisch bauen sich Bitburger Gutland und Islek Vorland aus mesozoischen (erdmittelalterlichen) Schichten auf, die als Ausläufer des Pariser Beckens von Südwesten her als Trier-Bitburger-Mulde tief in den devonischen (Erd­altertum) Gebirgsblock eingreifen. Umgeben von einem Buntsandsteinkranz sind bis ins Zentrum des Gutlandes alle Schichten der Trias (Bunt­sandstein, Muschelkalk, Keuper) und in der Ferschweiler Sandsteinhoch­fläche auch noch mächtige Ablagerungen des Unteren Jura vorhanden. Starke Erdbewegungen sind für die vielen Verwerfungen (z. B. oberhalb der Schule von Baustert) und Erdverschiebungen verantwortlich, die die ursprünglichen geologischen Schichtlagerungen zum Teil erheblich verändert haben.

Klimatisch ist der Raum als Übergangszone zwischen dem günstigen Wein­bauklima des Moseltales und dem rauhen Mittelgebirgsklima der höheren Eifel anzusehen. Die Jahresmitteltemperaturen liegen bei 8,5 Grad C, das Juli- Mittel bei 16,5 Grad C, die Niederschlagsmittelwerte erreichen 750 mm; sie schwanken zwischen den Tälern der Sauer und den höher gelegenen Regionen von 660 mm bis 890 mm. Bioklimatisch (d. h. Wirkung des Kli­mas auf den Menschen) zählen die tiefsten Taleinschnitte von Sauer und Prüm noch zur Belastungsstufe, während die mittleren und höheren Bereiche der Schonstufe, bzw. reizschwachen Zone (Raum Baustert) der Mittelge­birgsklimate angehören.

Die größten Teile dieses Raumes haben gute Böden und ein gutes Klima. Daraus resultieren günstige landwirtschaftliche Anbaubedingungen (siehe Name „Gutland"). Hierauf ist auch die relative Waldarmut zurückzuführen. Nur an den steilen Talflanken der Flüsse und den randlich gelegenen Sand­steinzonen (z. B. westlich Baustert) sind nennenswerte zuammenhängende Waldareale.

Der Nordwesten des Bitburger Gutlandes und des Islek Vorlandes wird naturräumlich als „Mettendorfer Stufenländchen" zusammengefasst, zu dem auch Baustert und Umgebung zählen. Auf Grund sehr starker Erdbewe­gungen (tektonischer Bewegungen) bis in die jüngsten geologischen Epochen hat sich hier ein abwechslungsreiches Relief herausgebildet, das neben einer unruhigen hügelig kuppigen Oberfläche eine ganze Reihe kleiner Schicht­stufen (z. B. bei Hisel, Olsdorf) aufweist. Die vielen Flüße und Bäche (z. B.
Baustertbach), die sich bis mehr als 150 m in das ca. 400 m ü. NN gelegene Mettendorfer Stufenländchen eingeschnitten haben, sind weiter bedeutende Gestalter des Reliefs.

Bedingt durch die tektonische Prägung des Raumes finden sich hier fast alle Schichten der Trias (vgl. Geologische Zeittafel). Vom Oberen Buntsand­stein am Nordwestrand (hier werden die Tone bei der Ziegelei Neuhaus abgebaut) reicht die geologische Palette über alle Schichten des Muschel­kalkes (hier liegen die Gemeinden Hisel, Brimingen und die höheren besie­deten Teile der Gemarkung Baustert) bis zum Oberen Keuper.

Ebenso wie die geologischen Verhältnisse variieren auch die Bodentypen stark. Auf den Tonen, Mergeln, Kalksteinen, Kalksandsteinen und Dolomiten haben sich vorwiegend lößdurchsetzte Braunerden und Rendzinen (Böden auf Kalksteinen) herausgebildet; daneben gibt es aber auch Lehm- und reine Tonböden. Je nach Mächtigkeit der Verwitterungsdecke bzw. Erosions­gefährdung der hügeligen Bereiche ist der Gesteinsanteil stellenweise sehr hoch.

Die im allgemeinen recht fruchtbaren Böden sind neben dem günstigen Klima Grundlage für den vorherrschenden Ackerbau, wobei Getreideanbau mit Weizen, Gerste und Mais überwiegt. Daneben gibt es auch Feldfutterbau, und in Ortsnähe finden sich größere Grünlandflächen.

Der inselhaft, besonders auf sandigen oder schweren Tonböden sowie an steilen Talflanken, wachsende Wald besteht vorwiegend aus Buchen und Eichen, weniger aus Nadelhölzern. An den nicht bewaldeten Talhängen, an den Stirnseiten der Schichtstufen und an den z. T. mächtigen Lesesteinriedeln haben sich wärmeliebende Buschvegetation und Halbtrockenrasen angesie­delt.