Geschichtliches

Über die Anfänge und den Namen des Ortes ist nichts in den Archiven be­kannt. Man nimmt an, dass der Name „Baustert" römischer Herkunft ist, ur­sprünglich Bovestat (etwa Ochsenweideplatz) hieß und zu den Ländereien der römischen Villa in Oberweis gehörte.

Erstmals wird Baustert im Jahre 893 unter den Besitzungen der Abtei St. Maximin in Trier aufgeführt.

Auf Bitten des Erzbischofs Hatto schenkte König Arnulf dem Kloster St. Maximin mehrere Ortschaften und Güter, darunter auch „Bustatt". (Trier-Coblenzer Urkundenbuch B. I)

962. Kaiser Otto bestätigt die Rechte, Freiheiten und Besitzungen der Abtei St. Maximin. Unter den Ortschaften werden auch Rathersdorf (Rittersdorf) und Bustat (Baustert) genannt. Er bestimmt die Abtei zum Wittum der Kaiserinnen (Beyer B. I No. 209)

978. Dieser Flecken gehört den Eheleuten Udo und Gisela. Nach ihrem Tod fallen sämtliche Güter, auch „Bustedi" an St. Maximin. (Beyer, B. I, No. 251)

1045. König Heinrich IIIvermacht seiner Gemahlin die Abtei als Witwengut. Unter den Besitzungen werden Rathersdorf und Bustat erwähnt.

1051. Papst Leo IX. bestätigt der Abtei St. Maximin ihre Güter, u. a. Bustat. (Beyer B. I, 333)

1066. König Heinrich IV. bestätigt der Abtei Ihre Güter und vermacht seiner Gemahlin Bertha die Nutznießung derselben. Bustat wird erwähnt.

1140. Papst Inocenz II. bestätigt der Abtei alle Rechte, Freiheiten und Güter. Erwähnt sind besonders: Rathersdorf, „Bustat", Frankingen (bei Bettingen), Elheno, Mezrich, Stedheim, Enslingen.<!--[if !supportLineBreakNewLine]-->
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1257. Der Graf Luccelbourg gibt dem Grafen Philipp von Vianden ein Gebiet als Lehen. Dieser wiederum gibt dem Grafen Friedrich, Herr zu Neuerburg, das Lehen, zu dem außer der Stadt auch die Meiereien Koxhausen mit Am­meldingen, Weidingen mit Outscheid, Krautscheid mit Ringhuscheid und Oberweis mit Baustert gehören.

1570. Baustert untersteht der Herrschaft Bettingen, die dem Grafen von Man­derscheid-Kail gehört. An ihn werden 2/3 des Zehnten abgeliefert. Das Kolla­tionsrecht üben die Gräfin von Salm und die Herren von Brandenburgh, Fal­kenstein, Bettingen und Everlingen aus.


Im 18. Jahrhundert gehört Baustert zur Herrschaft Neuerburg und damit zur Provinz Luxemburg und den österreichischen Niederlanden.

1795 nimmt Frankreich das linke Rheinufer in Besitz. Baustert kommt zum „Canton Neuerburg". Es bleibt bis zum Wiener Kongreß (1815) in französi­schem Besitz, fällt dann an Preußen und wird Bürgermeisterei.


Erst im Jahre 1929 wird das Bürgermeisteramt von Baustert nach Oberwels verlegt.

In den Jahren 1913/14 trafen Landvermesser in Baustert ein, um die geplante Bahnstrecke von Neuerburg nach Bitburg, die durch Baustert führen sollte, kartografisch festzulegen. Die meisten Bewohner sahen diesen Neuerungen die einige Unruhe ins Dorf gebracht hätte, skeptisch entgegen. Durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden dann diese Pläne zurückgestellt.


1921/22
wurde Baustert an das Stromnetz angeschlossen. Damit wurde es möglich, Petroleumlampen und Kerzen durch elektrisches Licht zu ersetzen und die ersten Elektromotoren in der Landwirtschaft zu benutzen. Es dauerte noch einige Jahre bis alle Häuser über  elektrische Leitungen verfügten. So erhielt die Schule erst 1930 elektrisches Licht. Die Sägemühle, die bis dahin vom Mühlbach angetrieben wurde, konnte auf elektrische Energie umgestellt werden.


1933
wurde die Wasserleitung verlegt. Die Versorgung mit klarem Quellwasser war dringend geworden, nachdem im Jahre 1929 vier Bewohner von Baustert an Paratyphus erkrankt waren. Wasserproben von Bächenund Brunnen ergaben, dass das Brunnenwasser 1.300.000 Bakterien pro Kubikzentimeter enthielt.

Nach der Verlegung der Wasserrohre mussten die Straßen neu gebaut werden. Da die Wege jedoch im 2. Weltkrieg stark von Granaten beschädigt wurden,
war der Straßenbau zu einer dringenden Notwendigkeit geworden.

1955-1959 wurden die Straßen innerhalb und außerhalb des Dorfes instandgesetzt und mit einer Teerdecke versehen.

Im gleichen Jahre wurde eine Gefrieranlage auf dem Grundstück der Familie Sonnen errichtet. Jeder hatte nun Gelegenheit, Fleisch und Gemüse durch Einfrieren haltbar zu machen.

In den Jahren 1971 bis 1975 wurden Leichenhalle und Feuerwehrgerätehaus errichtet, Kinderspielplatz und Parkplatz angelegt, die davorliegende Straße verbreitert und der Sportplatz seiner Bestimmung übergeben.

Die Äcker und Wiesen wurden in einem Flurbereinigungsverfahren neu ge­ordnet. Neue Feldwege ermöglichten nun den Landwirten, ihre Parzellen mühelos zu erreichen.

In den letzten Jahren nahm die Baufreudigkeit ständig zu. So befinden sich heute in Baustert 120 Häuser (1978), darunter ein Hotel und einige Fremdenpensio­nen. Wegen seiner ruhigen und idyllischen Lage wird unser Dorf gerne von Fremden besucht, die hier ihren Urlaub oder ein Wochenende verbringen. Die Ferienstraße Südeifel verläuft mitten durch den Ort. (Quelle: 1000 Jahre Kirche Baustert)

In der Zeit vom 20. bis 28.05.1978 stand ganz Baustert Kopf: Unter großer Teil­nahme der Bevölkerung des gesamten Kreises Bitburg-Prüm feierte man die 1000-Jahr eier „1000 Jahre Kirche in Baustert". Besonders in Erinnerung ist wohl der histo­rische Festzug durch die Straßen unseres Dorfes geblieben. Und noch heute sind die mit dem Ortswappen und dem Motto dieses Festes bedruckten Weingläser im Umlauf.

199. wurde der Kindergarten im Erdgeschoss des Jugendheimes umgebaut und um einen Gebäudekomplex erweitert.

Ende der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde Baustert dann „generalüberholt". Die Kanalisation wurde ausgebaut, der Dorfplatz umgestaltet und so manche Bäume angepflanzt und zahl­reiche Blumenbeete angelegt. Gekrönt wurden diese Arbeiten durch die überaus erfolg­reiche Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft" im Jahr 1997.